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13.10.2012

Prion 2


Angekommen in Laucha, von der Sonne belohnt vom Wind etwas gefoppt, beschließe ich erst einmal mich mit meinem Schirm bekannt zu machen.
Händchenschütteln der besonderen Art.

Trotzig widersteht er den starken Böen. Außer dass er dann schwer mit dem Speed dieser mithalten kann lässt er sich von ihnen nicht beeindrucken. Ab und zu dellt sich das Segel oben ein aber mehr passiert nicht. Ich lasse mich bewusst in das Lee nach hinten treiben.
Man merkt dass er jetzt richtig zu tun bekommt (und ich auch), aber die Kappe bleibt relativ neutral über mir.
Von kleineren Klappern lässt er sich nicht aus der Spur bringen. Bei 70 % muss ich eingreifen aber es ist gut beherrschbar.
Der Wind lässt nach, der erste Pilot versucht sein Glück um rauszukommen. Ein hartes Brot  heute, oben zu starten. Weil ich den Speedbereich noch nicht einschätzen kann, versuche ich aus dem rückwärtigen Raum den Prion2 bis zur Kannte zu treiben.

Fast hätte es geklappt.
Aber kurz vor dem Abheben reißt eine Böe mich zurück. Der zweite Versuch gelingt. Hier zahlt sich die Ruhe im Schirm aus. Wenn man einen Schirm laufen lassen kann ohne einzugreifen, hat man halt mehr Geschwindigkeit.
Schmiddi ist auch mit draußen, aber sonst kommt keiner nach. Wie ich später erfahre hat der Wind wieder zugelegt. Erst eine Stunde später sollte es für die anderen startbar sein.

Der Anfang ist etwas zäh und der Wind schiebt die unteren Schichten nach hinten auf den Platz, wo niemand wieder zurück kommt. Langsam gewinne ich Höhe. Eigentlich wollte ich den Prion2 nur am Hang testen da es ja der Jungfernflug ist. Bei 300m Ground beschließe ich heimlich für mich, dass ich eine „eins“ vorn auf dem Vario stehen soll. Schmiddi kreist in der Nähe und gute 100m höher als ich.
 
Da will ich jetzt hin!

Und der Kopf fängt an zu arbeiten. Der Prion2 dreht willig und macht alles was ich will. Es ist zu spüren dass er nicht weit weg vom ION2 ist. Die Steuerwege sind angenehm. Für jemanden wie mich der es etwas Kürzer mag, in dieser Klasse ( A ) ist es ein Novum. Die Kappe verhält sich ruhig und das Vario piepst vor sich hin. Ich bemerkte am Anfang gar nicht daß alles zu einfach ging. Erst als ich genauer darauf achtete merkte ich wie der Schirm deutlich den stärkeren Aufwindbereich anzeigte. Natürlich war die Thermik nicht wirklich stark. Gerade deshalb finde ich es bemerkenswert.

Ich bleibe etwas vorn über der Hangkante weil ich dem Wind nicht traue. Im nach hinein bestätigt sich dass der eigentliche Bart erst noch kam. In ihm trödelte ich dann im leichte Steigen so dahin und lies mich gemächlich nach oben tragen. Schmiddi war etwas forscher als ich und war schon tief in der Ebene und kämpfte wie ein Stier. Ich konnte es von oben gut beobachten.
Eigentlich hatte ich mir erhofft dass wir zusammen aus dieser Position abfliegen würden. Einige Zeit später sah ich wie er etliche Kilometer weg in einen richtig fetten Bart unten heraus aufstieg. Jetzt flog ich sofort los und hoffte noch rechtzeitig da zu sein. Jetzt hätte ich mir schon einen Mentor gewünscht, wo man richtig ins Gaspedal rein treten kann. So tüftelte ich ein bisschen am besten Gleiten unter diesen Bedingungen. Es ist ganz einfach. Leicht anbremsen und abwarten bis man da ist. Was ich dann auch machte. Langsam näherte ich mich dem Bereich und begnügt (nicht ganz uneigennützig) sah ich wie Schmiddi aufstieg. Als wir zusammentrafen waren wir wieder auf einer Höhe. Leider löste der Bart sich auf und wir fischten im trüben und das zu zweit. Also flogen wir weiter, aber jeder mit seiner Idee. Das einzige was nicht ging war mit Wind. Denn da wartete der Luftraum auf uns.
In der Nähe des Badesee der auf meinem Kurs lag sah ich ihn dann wieder. Am See angekommen hoffe ich das aus dem leichten zupfen doch noch ein vernünftiges steigen wird. Einige Greifvögel gesellen sich zu mir irgendwie habe ich den Verdacht das ich ihnen zeigen soll wo es hoch geht denn sie bleiben in meiner Höhe und keiner macht wirklich Höhe. Irgendwann fliegen sie weg. Trotz dass ich zwar keine Höhe verliere aber auch keine Höhe gewinnen kann und irgendwie sich das Sinken langsam einstellt, versuche ich eine letzte Möglichkeit, ein kleiner Ort, allerdings gegen den Wind. Aber vielleicht verfängt sich dort ein letzter Aufwind. Langsam ziehen sich die Zirren in der Höhe immer weiter zusammen und bald wird kein Lichtstrahl mehr die Erde erwärmen.  Ein letzter Anlauf aber auch hier trägt es nicht mehr. Ich drehe den Prion2 in den Wind, lege die Arme auf den Brustgurt und lasse ihn die Letzte Strecke bis zur Bundesstraße ausgleiten.
Mit Rückenwind geht das ziemlich flott.
Eine 180° Drehung und Stehen beendet den Flug.
Ein Anruf!
Tobias meldet sich und findet sich sofort bereit mich abzuholen.
Vielen Dank Tobias.
Da merkt man Kameradschaft.
Kurze Zeit später meldet sich Schmiddi, er war noch etwas weiter gekommen.

Nach dem mich Tobias eingeladen hat machen uns auf Schmiddi aufzugabeln im "niemals Land".

Alle glücklich!!!

Resümee:

Der Prion2 hat sich vor allem dort bewährt wo ich es vorher nicht erwartet hatte.

Stephan


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